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Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse
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Das Vier-Ohren-Modell

Was wir sagen und wie es ankommt

Es ist eine Binsenweisheit, dass das was wir sagen, oft nicht das ist, was wir meinen. Nicht von ungefähr gibt es Sätze wie „man muss zwischen den Zeilen lesen.“ Kommunikation ist bedeutend vielschichtiger, als wir uns das vorstellen.

Umdenken, weiter denken, voraus denken

Was das Prinzip Cradle to Cradle für Unternehmen bedeutet

Wie würde es Ihnen gefallen, wenn Sie Produkte herstellen könnten, die der Umwelt nicht nur weniger schaden, sondern gar nicht? Produkte, die Ihre Kunden gerne kaufen, weil sie sie mit einem guten Gewissen kaufen und weil sie ihnen Geld sparen? Produkte, die Ihre Mitarbeiter stolz machen? Was sie dafür tun müssen? Umdenken, weiter denken, voraus denken.
Cradle to Cradle (von der Wiege zur Wiege) steht für ein völlig neues Verständnis von Umweltschutz. Sein geistiger Vater ist Prof. Dr. Michael Braungart. Es macht Schluss mit Produkten, die weniger schädlich sind als andere. Der Chemiker fordert nichts weniger als Produkte, die gar nicht schädlich sind, völlig kompostierbar oder zu 100 Prozent wiederverwendbar. Dass das möglich ist, haben inzwischen namhafte Firmen mit den verschiedensten Produkten bewiesen. Es gibt bereits T-Shirts, BHs, Bürostühle, Dekostoffe, Teppichböden, Staubsauger, ja sogar Gebäude, die nach diesem Prinzip gefertigt wurden. Es gibt Kunststoffe, die bis zu 200mal verwendet werden können. Folgt man dem Prinzip von Anfang an und kompromisslos, verändern sich natürlich auch Materialien und Produktionsprozesse.
Das bedeutet Entwicklungskosten. Doch das Argument, die Produkte würden zu teuer, lässt Braungart nicht gelten. „Die Produkte bieten nicht nur den Vorteil schadstofffrei zu sein, sie sparen dem Verbraucher auch Kosten, eine Waschmaschine zum Beispiel bis zu zwei Drittel Energiekosten und bis zu 95 Prozent Waschmittel.“

Unternehmen als Rohstoffbanken

Gebäude zum Beispiel würden sich an einem Baum orientieren. Durch das Fehlen von Schadstoffen in den Innenräumen sei die Luft sauber. Das Gebäude selbst sei so ausgelegt, dass es ähnlich einem Baum Sauerstoff, Energie und Wasser produziere. Außerdem sei es so variabel, dass es auf verschiedene Art und Weise genutzt werden könne. Fenster zum Beispiel nehme der Hersteller nach 25 Jahren zurück und mache aus ihnen neue.
Cradle to Cradle bedeutet die optimale Rohstoffverwendung. Nichts gehe verloren, sondern bleibe im Kreislauf. „Heute verbrennen wir wertvolle Rohstoffe in Müllverbrennungsanlagen“, sagt Braungart. „Dabei sind sie selten und kosten viel. Die Unternehmen müssen zu Rohstoffbanken werden, die ihren Kunden die Produkte zur Nutzung überlassen. Damit steigern sie auch den Wert ihres Unternehmens, weil ihnen die wertvollen Rohstoffe bleiben.“

Qualität statt Moral

Braungarts Modell verspricht nicht weniger als die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Ökologie, und zwar orientiert an Qualität, denn unschädliche Produkte sind für den Verbraucher qualitativ hochwertige Produkte. Die Ökolabel sind nach Ansicht des Wissenschaftlers eher gefährlich. Sie suggerierten dem Verbraucher, dass er am besten gar nichts kaufe, wenn er die Umwelt nicht schädigen wolle. „Wir müssen Schluss machen mit vermeiden und verzichten. Wenn die Kunden nichts kaufen, verdient der Hersteller nichts und die Kunden schränken ihre Lebensqualität ein. Umweltschutz ist keine Frage der Moral, sondern der Qualität.“
Während die Holländer und Amerikaner längst begriffen haben, dass es sich bei Cradle to Cradle um ein Geschäftsmodell handelt, zögern die Deutschen. Das liegt nach Meinung von Braungart daran, dass wir mit den falschen, mit negativen Konzepten arbeiten: „Wir fühlen uns schuldig und schädlich. Daraus kann weder ein Umdenken noch Kreativität und Innovation wachsen.“ Wer dem ein positives Konzept entgegensetze, verkaufe seinen Kunden nicht nur ein qualitativ hochwertiges Produkt, sondern auch ein positives Lebensgefühl und habe damit ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.
Tipp: Michael Braungart hat zusammen mit dem Amerikaner William McDonough ein Buch über das Cradle-to-Cradle-Prinzip herausgegeben. Erschienen in der Europäischen Verlagsanstalt.

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