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Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort.
Aktuell:
Was Manager vom Fußball lernen können

Managementberater und Führungsexperte Reinhard K. Sprenger, Autor mehrerer Bücher, hat den Fußball für Manager entdeckt. Nein, sie sollen nicht spielen, sondern die Weisheiten aus dem Spiel mit dem runden Leder für ihre Zwecke nutzen. Denn, so Sprenger, „Wirtschaftsführer sind da angekommen, wo Trainer und Fußballmanager schon lange sind: bei hohem, kurzfristigem Ergebnisdruck, bei dauernder Veränderung, stetigen Wachstumsansprüchen, globalem Wettbewerb, ständiger Verbesserung, ja Neu-Erfindung.“

Sackgasse permanentes Wirtschaftswachstum

Meinhard Miegel, Vorstandsvorsitzender des Denkwerks Zukunft und Beiratsmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtung fordert in seinem neuen Buch „Exit“ nichts weniger als eine Revolution, die Abkehr von der Forderung nach permanentem Wirtschaftswachstum und eine neue Definition von Wohlstand. Dass wir dafür alle umdenken müssen, liegt auf der Hand.

Umdenken, anders denken

„Die große Sause ist vorüber, die Bar geschlossen“, schreibt Miegel. Die Krise, sei nicht unerwartet gekommen. Nicht Banker, eine lasche Finanzaufsicht und andere Fehlentwicklungen seien die Ursache dafür, sondern ein falscher Wachstumsbegriff, der dazu geführt habe, dass die Gesellschaft bis in ihre kleinste Einheit, die Familie, zerfalle. Eine Umkehr sei nur möglich, wenn wir Wohlstand nicht mehr ausschließlich mit Geld und materiellen Dingen gleichsetzen würden, so Miegel. „Auch wenn Materielles weiterhin eine große Rolle im Leben der Menschen spielen wird – Lebenssinn wird von ihm immer weniger ausgehen können.“
Sinnstiftende Arbeit

Vorschläge dazu hat Miegel viele, gerade in Bezug auf die Wirtschaft. Zuerst müsse die menschliche Arbeitskraft wieder gefragt und geschätzt werden. Leistungsanreize sollten nicht so sehr materieller Natur als bedürfnisorientiert sein. Die kommunikationstechnischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte spielten dabei eine große Rolle. Viele Menschen müssten nicht mehr notwendigerweise im Unternehmen arbeiten, sondern könnten das auch zuhause tun. Das würde den Übergang zwischen Arbeits- und Privatleben durchlässiger machen und die Eigeninitiative fördern und zusätzlich Umwelt und Ressourcen schonen. Dazu müssten aber hierarchische Denkweisen verändert, die sozialen Sicherheitssysteme und die Steuergesetze umgebaut werden.
Weiter gehe es nicht an, dass Menschen ab 45 als ältere Arbeitnehmer gelten würden. Eine längere Lebensarbeitszeit sei unbedingt nötig. Dafür könnten die Arbeitnehmer bereits in jüngeren Jahren weniger arbeiten und müssten nicht ihr ganzes privates, erwachsenes Leben auf das Alter konzentrieren, sondern hätten zum Beispiel Zeit in der Familienphase.
Utopie oder realistisch?

Miegel zeichnet das durchaus erstrebenswerte Bild einer Gesellschaft, in der die verschiedenen Akteure verantwortungsvoll miteinander umgehen, die Umwelt schonen und eine höhere Zufriedenheit erreichen. Eine Gesellschaft, in der zum Wohlstand neben materiellen Gütern auch Zeit, eine gesunde Natur und spirituelle Zufriedenheit zählen. Das verlangt sowohl von der Politik, als auch von der Wirtschaft und jedem Einzelnen, dass er seine bisherigen Vorstellungen über Bord wirft. Das könnte schwierig werden, vor allem bei der Generation, die von Anfang an im materiellen Wohlstand gelebt hat und dazu erzogen wurde, Geld als den Maßstab aller Dinge zu betrachten.
Lesenswert, weil die Dinge unter einem anderen Blickwinkel betrachtet werden und jede Menge neuer Ideen enthalten sind.
Exit. Wohlstand ohne Wachstum, Meinhard Miegel, ISBN 978-3549073650, € 22,95