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Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse
Aktuell:
Ausreichend Liquidität ist überlebenswichtig.

Jeder weiß, dass ein Mensch ohne zu essen einige Wochen, ohne zu trinken nur wenige Tage überleben kann. Aber ohne Sauerstoff überlebt niemand mehr als einige Minuten. Ähnlich ist es bei Unternehmen. Ohne ausreichenden Umsatz und Ertrag kann ein Unternehmen nur eine begrenzte Zeit überleben. Ohne Liquidität wird es sofort existenzgefährdet.

Weiterbildung auf dem Prüfstand

In seinem Buch „Die Weiterbildungslüge“ geht Dr. Richard Gris mit Kollegen und Auftraggebern, Unternehmen und Personalentwicklern hart ins Gericht. Seiner Ansicht nach sind 90 Prozent aller Weiterbildungsmaßnahmen für die Katz, weil sie nicht nachhaltig sind.

Der Autor, selbst in der Weiterbildungsbranche tätig, möchte, wie er sagt „das System irritieren und die Menschen, die darin agieren, verstören, um festgefahrene Muster aufzubrechen“. Gris ist der Meinung, dass „die Gesetze des Lernens und der Veränderung völlig missachtet werden“. Um etwas so zu lernen, dass man es nutzbringend anwenden könne, brauche man Zeit. Das gelte ganz besonders, wenn es um Verhaltenstraining gehe, zum Beispiel in Seminaren für Führungskräfte. Der Autor: „In ein bis zwei Tagen kann man keine Verhaltensveränderung bewirken. Das muss trainiert werden, doch dafür haben die meisten Teilnehmer neben der täglichen Arbeit keine Zeit bzw. sehen es auch nicht als Priorität an. Meistens geht es darum, aus alten Mustern auszubrechen und neue zu erlernen. Die meisten Menschen tendieren jedoch dazu, nur das zu lernen, was sie sowieso schon wissen. Sie sehen die Welt durch die Brille ihrer Erfahrungen.“ Paradebeispiel ist der Chef, der jahrelang autoritär geführt hat. Er kann einem kooperativen Führungsstil wegen eines eintägigen Seminars nichts abgewinnen. Er wird das Seminar als pure Theorie sehen oder ist der Meinung, dass ihm der Schwenk sowieso nur als Schwäche ausgelegt werde.

Lernoffenheit und Leidenschaft

Das sind nach Meinung des Autors die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterbildung: Der Teilnehmer müsse aus seiner Komfortzone, in der er es sich bequem eingerichtet hat, heraus wollen: „Er muss das Bedürfnis und den Willen haben, zu lernen.“ Gris empfiehlt, statt die Leute einfach auf Seminare zu schicken, ein Auswahlverfahren zu machen. Nur wem Weiterbildung so erstrebenswert erscheine, dass er dafür sehr viel tue, verdiene Förderung.

Nachhaltigkeit und Konsequenz

sind laut Gris die zweite Voraussetzung für Weiterbildung. Jeder, der eine Weiterbildung mache, und auch jeden, der sie genehmige oder vorschlage, müsse klar sein, dass es mit den ein oder zwei Tagen, an denen er neue Fähigkeiten oder Wissen vermittelt bekomme, nicht getan sei: „Im Unternehmen muss ein Klima herrschen, das es jedem erlaubt, neu Erlerntes umzusetzen. Die Gesetze des Lernens und der Veränderung müssen im Unternehmen verankert sein. Selbst jemand, der motiviert von einem Seminar kommt, wird früher oder später aufgeben, wenn er ständig mit Widerständen der Kollegen und Vorgesetzten konfrontiert wird.

Zeit investieren

Nicht die Zeit, die das Seminar dauert, sei entscheidend für den Erfolg, sondern die Zeit, die für die Nachbereitung aufgewendet wird. Gris: „Es muss jemanden, zum Beispiel den Vorgesetzten, geben, der sich darum kümmert, was aus dem neu erworbenen Wissen oder Verhalten wird. Die Anwendung im Job muss überprüft und eventuell kritisch analysiert werden. Möglicherweise muss man nachbessern. Vielleicht müssen Strukturen verändert werden, damit das neue Wissen überhaupt angewendet werden kann.

Der Fisch stinkt vom Kopf

Gris ist kein einfacher Nestbeschmutzer, der sich eine goldene Nase verdienen will. Er ist ein guter Beobachter und zieht daraus seine Schlüsse. Wenn er das Verhalten von Managern und Firmenlenkern beschreibt, kann man nicht umhin, laut zu lachen oder zumindest zu schmunzeln, denn er beschreibt die Realität. Sein Fazit: „Der Fisch stinkt vom Kopf“ ist hart, aber realistisch, mit Beispielen und Zahlen untermauert. Letztlich, so meint er, ist das Management verantwortlich dafür, dass Weiterbildung meistens nichts anderes ist als Geldverschwendung, denn nur selten wird vorgelebt, was man vom Mitarbeiter verlangt.

Das Fazit bleibt dünn. Eine echte Alternative kann auch Gris nicht anbieten, denn um wirklich etwas zu verbessern, müssten sich erst einmal die Menschen ändern: die Chefs, die Mitarbeiter, die Personalentwickler und auch die Trainer. Trotzdem unbedingt lesenswert, auch wenn das Problem nicht gelöst wird. Eine unbequeme, mitunter bissige, aber durchaus unterhaltsame Lektüre.

Die Weiterbildungslüge von Richard Gris, Campus, EAN 9783593386799, 24,90 €