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Jean Fourastié
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Wenn Marken zu Synonymen werden

Wer ein Papiertaschentuch braucht, fragt nach einem Tempo. Fischer-Dübel kennt jeder Heim- und Handwerker. Jeder weiß, was Nivea ist. BMW, Porsche und Coca-Cola fallen jedem ein, den man nach einer bekannten Marke fragt. Starke Marken setzen sich im Bewusstsein und im Gedächtnis der Menschen fest. Aber wieso wird ein Produkt mit unzähligen Konkurrenten – Nivea zum Beispiel – zu einer unverwechselbaren Marke? Wieso strebt jeder kleine Junge danach, einen Porsche zu fahren? Und wieso spielen kleine Mädchen seit 50 Jahren mit Barbie?

Wie man den Kunden an sich bindet

Wechselkosten schaffen

Für die Ausgabe 12/2009 von brand eins hat Mathias Irle den Ökonomen Joachim Büschken zum Thema Kundenbindung interviewt. Sie sprachen über Untreue, überschätzte Marken und Datenfriedhöfe. Büschken schlägt einen oft vernachlässigten Weg zur Kundenbindung vor: „Erst wenn harte Wechselkosten ins Spiel kommen, entsteht eine robuste Kundenloyalität, die verhindert, dass Konsumenten bei der ersten kleinen Enttäuschung untreu werden.“

Dafür zählt er Beispiele auf, erläutert wie es funktioniert und wie man es besser nicht machen sollte. Außerdem stellt er die Bewertung von Marken und den Nutzen von Kundenbindungsprogrammen in Frage: „Eine Marke ist schick und spektakulär. Da hängen große Budgets dran. Viel lieber als mit den Wechselkosten beschäftigen sich die Marketingabteilungen damit, riesige Datenmengen über die Kunden zu sammeln und daraus Kundenbindungsprogramme zu machen.“ Untersuchungen hätten bewiesen, dass zwischen 60 und 70 Prozent dieser Programme nichts dazu beitrügen, die Profitabilität zu steigern.

Ketzerisch, aber unbedingt lesenswert.

Sanfte Fesseln (1,66 MB)