Home   |   Impressum   |   Kontakt   |   Downloads   |   RSS-Feed   |   Netviewer   |   Login
Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Die Zukunft wird so aussehen, wie wir sie gestalten.

Jean Fourastié
Aktuell:
„Die Besserwisser“

Der Artikel von Wolf Lotter stellte die Einleitung zum Titelthema „Denken“ in Ausgabe 11/2009 von brand eins dar. Der Autor begann seinen Artikel mit der Feststellung: „Alle reden über die Wissensgesellschaft. Blöd nur, dass man in der viel nachdenken muss. Und das nicht quer, sondern nach vorn.“

Alles, außer gewöhnlich

Über ein ungewöhnliches Buch, einen Anreiz, sich nicht auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen, eine Erklärung für Misserfolg, Langeweile, Unzufriedenheit und innere Kündigung.

Alles, außer gewöhnlich

So lautet der Titel eines wahrhaft außergewöhnlichen Buchs, das, obwohl 2008 schon in 7. Auflage erschienen, ein echtes Schmankerl und hochaktuell ist. Die Wirtschaftswissenschaftler Anja Förster und Peter Kreuz lesen Unternehmenslenkern, Managern und uns allen, die wir angeblich Großes vollbringen wollen, gründlich die Leviten. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Egal ob Managementgurus und ihre Leitsätze, Benchmarking, Management-Tools, Mitarbeiterführung und Karriereplanung – den beiden Autoren ist nichts heilig. Erfrischend frech und absolut überzeugend, zerlegen sie den deutschen Erfolgstraum. Stattdessen schlagen sie dem Leser vor, etwas anderes zu machen, etwas Außergewöhnliches, etwas Revolutionäres. „Denn“, so ihr Ausblick „wer keine einzigartigen Fähigkeiten entwickelt, konkurriert mit 1,3 Milliarden Chinesen.“

Gleich im Klappentext kann man lesen, worum es geht: „Jeden Tag ein bisschen besser zu werden, reicht heute gerade mal für einen Stehplatz beim Spiel um den gobalen Wettbewerb. Wir müssen einzigartig sein – eben alles, außer gewöhnlich! Denn wer sich ständig mit anderen vergleicht, wird vor allem eines: gleicher.“
Und es wird nicht einfach so daher geredet bzw. geschrieben, sondern die Autoren belegen ihre Thesen mit zahlreichen Beispielen aus Unternehmen, die jeder kennt. Sie machen Schluss damit, dass möglichst lange Arbeitszeiten, Kontrolle und Angepasstheit zu Erfolg und Karriere führen. Im Gegenteil – alles kontraproduktiv. Querdenken muss man – Führungskräfte und Mitarbeiter –, Ernst machen mit dem lebenslangen Lernen, öfter mal das Spielfeld und die Perspektive wechseln. Dann, so die Autoren, macht Arbeit Spaß, hat Erfolg, bereichert statt zu zerstören, bringt vorwärts statt zu bremsen.

Besonders eindringlich führen die Autoren das, worum es ihnen geht, im Kapitel „Spielfeldwechsel“ vor Augen. Sie zeigen, wie wenig Sinn es macht und wie wenig zu gewinnen ist, wenn Unternehmen nur nach der Konkurrenz in der eigenen Branche schielen, und sich auf der Suche nach Innovationen nur im eigenen Mief bewegen. Beeindruckend, dass man das sowohl an kleinen als auch an großen Beispielen sehen kann. So geht es um eine Firma, die Kunststoffprofile für Fensterproduzenten herstellt. Zufällig bekam der Chef mit, dass eine Werbeagentur regelmäßig Bestellungen machte. Er fragte nach und fand heraus, dass die Werbeagentur sich die Profile zurecht bastelte, um daraus Werbeflächen herzustellen. Man setzte sich zusammen, entwickelte die passenden Profile und bot sie auch anderen Werbeagenturen an. Ein voller Erfolg. Das Geschäft machte nach kurzer Zeit zehn Prozent des Umsatzes aus. „Leider stellen sich die meisten Unternehmen ihren Markt immer noch wie einen großen Kuchen vor. Einen Kuchen, bei dem täglich jeder darum kämpft, ein möglichst großes Stück abzubekommen“, schreiben die Autoren. Und weiter: „Aber jedem, der auch nur einen Teelöffel voll gesunden Menschenverstandes besitzt, ist klar, dass es blödsinnig ist, sich um etwas Vorhandenes zu prügeln, wenn man auch etwas Neues schaffen kann.“

Unbedingt lesen!

Alles, außer gewöhnlich. Provokative Ideen für Manager, Märkte, Mitarbeiter von Anja Förster und Peter Kreuz, Econ Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-430-20016-5