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Mit Freude und Zuversicht die Unternehmenszukunft gestalten:
Für mehr lohnende Kunden, höheren Gewinn, abgesicherte Liquidität.

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse
Aktuell:
Wie man den Kunden an sich bindet

Wechselkosten schaffen

Für die Ausgabe 12/2009 von brand eins hat Mathias Irle den Ökonomen Joachim Büschken zum Thema Kundenbindung interviewt. Sie sprachen über Untreue, überschätzte Marken und Datenfriedhöfe. Büschken schlägt einen oft vernachlässigten Weg zur Kundenbindung vor: „Erst wenn harte Wechselkosten ins Spiel kommen, entsteht eine robuste Kundenloyalität, die verhindert, dass Konsumenten bei der ersten kleinen Enttäuschung untreu werden.“

Management by Sokrates

Sokrates, der von 469 bis 399 v.Chr. lebte, war einer der bedeutendsten Philosophen seiner Zeit. Ihm ist der berühmte Satz "Ich weiß, dass ich nichts weiß", zuzuordnen. Die Spezialität von Sokrates war es, in Athen herumzuspazieren und seine Mitbürger mit permanenter Fragerei zu nerven. Soll jetzt also der Chef durch das Unternehmen spazieren und seine Mitarbeiter mit Fragen nerven?

Nicht nur seine Mitarbeiter! Auch sich selbst! Selbsterkenntnis, um damit zu einer (positiven) Veränderung zu kommen, ist ein wesentlicher Baustein sokratischer Methoden. Wer Dinge, Verfahren, Organisationen und Meinungen in Frage stellt, gewinnt neue Erkenntnisse, die letztlich zu Veränderungen führen - genau das, was allenthalben von Unternehmen verlangt wird - ständige Veränderung und Anpassung an neue Gegebenheiten.

Fragen über Fragen

Fragen sind folgerichtig die Grundlage des Management by Sokrates. Die Philosophie wird der Unternehmensführung nutzbar gemacht. Der Erkenntnisgewinn aus dem kritischen Diskurs mit sich selbst und anderen ist nicht zu unterschätzen. Und gerade Führungskräfte, von denen in der Regel schnelle Entscheidungen und klare Ansagen verlangt werden, können mit dieser philosophischen Art der Führung nicht nur das Machtgefüge, die Kompetenzen, die Schlagkraft, etc. des Unternehmens analysieren, sondern auch ihre eigenen Stärken und Schwächen und die ihrer Mitarbeiter entdecken.

Das philosophische Fragen ist im Grunde genommen ein Ringen um Erkenntnis. Man fragt so lange weiter, bis die Widersprüche im eigenen und im Denken der anderen erkannt sind und in einer Diskussion eine höhere Ebene bzw. eine Veränderung erreicht wird. Fragen erziehen den Menschen zum selbstständigen Denken und zur Selbsterkenntnis. Wer den Sinn der Arbeit erkennt, ist motivierter.

Sokrates - für wen?

Die Autoren Michael Niehaus, Philosoph und Berater für Organisationen und Unternehmen, und Roger Wisniewski, Ingenieur und Geschäftsführer einer Unternehmensberatung, konzentrieren sich beim Einsatz der sokratischen Methode auf Selbsterkenntnis, Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und Wissensmanagement. Besonders spannend wirkt sich Sokrates Methode beim Thema Wissen aus, denn Wissen ist nach moderner Lesart ein wesentlicher Wertschöpfungsfaktor. Doch auch hier muss hinterfragt werden, denn "Wissen ist die Möglichkeit, etwas in Gang zu setzen. Damit ist Wissen Mittel zum Zweck und nur eine Ressource der Wertschöpfung."

Wer nicht Gefahr laufen möchte, in einen intensiven und anstrengenden Dialog mit seinen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu treten, sollte die Finger von Sokrates lassen. Doch für Unternehmenslenker und Firmenchefs, die keine Lust haben, jeder neuen Managementmethode hinterher zu hecheln, sondern die Dinge lieber von Grund auf angehen, ist das Buch ein echtes Highlight. Die sokratische Philosophie bietet die Möglichkeit, Veränderungen anzustoßen, die Perspektiven zu wechseln, Mitarbeiter bei Ihrer Entwicklung zu unterstützen und offen zu bleiben für Neues.

Management by Sokrates. Was die Philosophie der Wirtschaft zu bieten hat von Michael Niehaus und Roger Wisniewski, Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-23676-3, € 19,95